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Haushaltsplan 2019

Ein Jahr der Kursbestimmung

Haushaltsplan 2019 der Diözese Würzburg umfasst rund 221 Millionen Euro – Bischöflicher Stuhl rechnet mit Erträgen und Erlösen in Höhe von 11,2 Millionen Euro – 177,4 Millionen Euro aus Kirchensteuer

Würzburg (POW) Erstmals nach der Systematik des Handelsgesetzbuchs (HGB) anstelle der Kameralistik der öffentlichen Verwaltung ist der Haushaltsplan des Bistums Würzburg für das Jahr 2019 aufgestellt. Die Aufwendungen betragen rund 220.843.000 Euro. Im Vorjahr lag das Haushaltsvolumen bei rund  213 Millionen Euro. Die Diözese erwartet Erträge aus der Kirchensteuer in Höhe von 177,4 Millionen Euro, 80,3 Prozent des Gesamthaushalts. Der bilanzierte Jahresfehlertrag von rund 15,1 Millionen Euro wird aus den Rücklagen entnommen.

„Wir müssen umsteuern, um die Finanzen der Diözese zukunftsfähig, nachhaltig und transparent aufzustellen“, sagte Bischof Dr. Franz Jung bei der Vorstellung des Haushaltsplans am Montag, 18. Februar, im Würzburger Medienhaus der Diözese. Ein gutes halbes Jahr nach seinem Amtsantritt könne er sagen, dass das Bistum sich auf einem guten Weg befinde. „Wir sind dabei, mit Ruhe und Kraft zu analysieren sowie mit Nachdruck und Sorgfalt zu reorganisieren.“ Allen Katholiken im Bistum Würzburg sagte der Bischof „ein großes Dankeschön“. Sie leisteten mit ihrer Kirchensteuer einen wichtigen Beitrag für die katholische Kirche in Mainfranken. „Mit der Kirchensteuer kann unsere Kirche von Würzburg viel Gutes tun – gemeinsam mit den kirchlichen Gemeinden im Bistum Würzburg und gemeinsam mit der ganzen Gesellschaft hier in Mainfranken. Das so entstandene Netz trägt viele Menschen.“

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Der Bischof sagte, er habe in der vergangenen Zeit – wie auch der damalige Finanzdirektor Albrecht Siedler bei der Haushaltspressekonferenz im Jahr 2018 – auf die angespannte finanzielle Situation des Bistums hingewiesen. „Seit meinem Amtsantritt am 10. Juni 2018 ist es deshalb für mich eine besondere Priorität, die Finanzen der Diözese neu zu ordnen.“ Dazu gehöre, dass die Verwendung der zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel transparent und nachvollziehbar dargestellt werde – „und zwar nach den Regeln des Handelsgesetzbuches, wie sie auch für größere Unternehmen gelten“. Dadurch erhielten die Gläubigen wie die Öffentlichkeit umfassend Rechenschaft. „Gleichzeitig verfügen wir damit über ein Instrument, mit dem wir genau analysieren und steuern können, wofür wir Geld ausgeben und wie wir damit am besten unseren kirchlichen Auftrag zum Wohle der Menschen erfüllen.“ Das aktuelle Defizit rühre daher, dass viele Ausgaben gebunden seien und es auch erst mittelfristig gelingen werde, aus der derzeitigen finanziellen Situation herauszukommen.

„Absolute Haushaltsdisziplin lautet das Gebot der Stunde für alle Hauptabteilungen des Bischöflichen Ordinariats“, betonte der Bischof. Eine rasche Konsolidierung des Haushalts sei angesagt, in den kommenden Jahren solle ein Diözesanhaushalt ohne Rücklagenentnahme erreicht werden  – „und das angesichts eines zu erwartenden Rückgangs der Kirchensteuereinnahmen“. Dazu werde er in diesem Jahr mit den diözesanen Gremien dringend notwendige Entscheidungen zu Schwerpunkten treffen, sagte  Bischof Jung. Bei seinen Besuchen in den Dekanaten erlebe er bei jeder Begegnung: „Die Menschen vor Ort wollen wissen, wohin der Weg der Seelsorge und der Kirche von Würzburg künftig führt. Nach diesen Begegnungen werde ich ein Gesamtfazit ziehen.“

Es gelte, Aufsichtsgremien mit externen sachverständigen Personen zu besetzen, die die notwendige Unabhängigkeit mit sich bringen. „Wer Geld verwaltet, kann sich nicht gleichzeitig kontrollieren. Wir stellen die entsprechenden Gremien, insbesondere den Diözesanvermögensverwaltungsrat, bis Ende des Jahres neu auf und stärken sie, damit sie ihre Informationsrechte und ihre Aufsichtspflichten wirksam wahrnehmen können.“

Neben den genannten Entscheidungen nannte der Bischof drei Punkte, die für das Bistum dauerhaft von zentraler Bedeutung seien: „Das kontemplative Gebet, Katechese an neuen Orten und der Dienst an den Armen unserer Gesellschaft.“

„Wir blicken in die Zukunft und stellen die Weichen für eine neue Zeit mit veränderten Rahmenbedingungen“, sagte Generalvikar Thomas Keßler. Die wichtigen Entscheidungen über Schwerpunkte werde Bischof Jung gemeinsam mit den zuständigen Gremien in diesem Jahr vornehmen. Derzeit mache er sich ein vollständiges Bild von der Situation in den Pfarreien, von den Strukturen und der Situation der verschiedenen Organisationen „in der großen Familie unserer Kirche in Unterfranken“. Wegen aufgebauter Verpflichtungen werde das Bistum auch in diesem Jahr trotz gestiegener Kirchensteuereinnahmen einen Jahresfehlbetrag von rund 15 Millionen Euro aus den Ersparnissen decken müssen. Um ihren Arbeitsplatz müssten sich die Mitarbeiter keine Sorgen machen. „Ohne engagierte Menschen können wir unseren kirchlichen Auftrag nicht erfüllen und dem Dienst an den Menschen nicht nachkommen“, hob der Generalvikar hervor.

Die Diözese schulde ihren Gläubigen einen verantwortungsvollen und sparsamen Umgang mit den Einnahmen und dem Vermögen der Kirche. Das bedeute, dass schon jetzt die künftige Entwicklung mit zurückgehenden Einnahmen berücksichtigt werden müsse. Bei begrenzten Mitteln müsse jede Ausgabe darauf geprüft werden, wie effektiv sie dem Dienst am Menschen und am Auftrag der Kirche diene. Geachtet werde zudem in besonderem Maße auf Haushaltsdisziplin, ein effektives Beschaffungs- und Vergabewesen. „Dem dienen auch neue Steuerungs- und Kontrollmechanismen wie etwa die strikte Anwendung der handelsrechtlichen Vorgaben.“ Dabei werde das Bistum auch von externen Fachkräften unterstützt. Die Ausschreibung der Stelle des Finanzdirektors sei in den vergangenen Wochen auf den Weg gebracht worden, „die Aufsichts- und Kontrollgremien stellen wir derzeit neu auf“, betonte Generalvikar Keßler. Zudem werde die Verwaltung des Bischöflichen Ordinariats weiter neu organisiert. „Ihrem Auftrag kann Kirche in einem modernen Umfeld am besten nachkommen, wenn sie über eine moderne, gut arbeitende Verwaltung mit kurzen Wegen und schnellen Arbeitsabläufen verfügt.“

Kommissarischer Finanzdirektor Andreas Hammer stellte den Haushaltsplan vor, der die wirtschaftliche Basis für das Handeln der Diözese Würzburg bildet. Für das aktuelle Jahr gehe das Bistum noch von einer leichten Steigerung des Kirchensteueraufkommens aus. Angesichts des bevorstehenden Brexits sowie des Handelsstreits der USA mit mehreren Nationen gebe es aber erhebliche Abwärtsrisiken. „Auch aus demografischen Gründen und angesichts von Kirchenaustritten ist in den nächsten Jahren mit einem spürbaren Rückgang des Kirchensteueraufkommens zu rechnen“, mahnte Hammer. Daher müsse die Wiederbesetzung frei werdender Stellen sorgfältig geprüft werden.

„Derzeit wird an der Ausarbeitung eines Bau-Moratoriums gearbeitet, das in der ersten Jahreshälfte 2019 greift und für mehrere Jahre nur noch die Finanzierung absolut notwendiger Baumaßnahmen erlauben wird“, sagte Hammer. Die geplanten Aufwendungen im Baubereich beträfen laufende Projekte und seien aufgrund von Entscheidungen der Vergangenheit im Wesentlichen vorgezeichnet. „Entscheidungen zu Bauaktivitäten und auch zu einer entsprechenden Schwerpunktsetzung im Baubereich – welche Projekte können zukünftig realisiert werden, welche nicht – werden immer erst nach einigen Haushaltsjahren im Jahreshaushalt sichtbar.“ Der Haushaltsplan weise einen Jahresfehlbetrag von 15 Millionen Euro aus, der durch Rücklagen gedeckt werde. Hammer betonte: „Wir haben Maßnahmen eingeleitet, um mittelfristig einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können.“

Zeitnah werden nach Hammers Worten die künftigen Personalverpflichtungen für die Geistlichen aus Gründen der Klarheit und Nachvollziehbarkeit insgesamt auf die sogenannte Emeritenanstalt übertragen, eine hierfür vorgesehene Körperschaft öffentlichen Rechts. „Die entsprechenden Pensionsrückstellungen werden dann nicht mehr wie bisher historisch beim Bischöflichen Stuhl geführt, sondern in der Emeritenanstalt.“

Ein „weiter so“ dürfe es nach den Worten von Dr. Michael Wolf, Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken, in Sachen Haushalt nicht geben. Es sei positiv, dass die ersten Schritte zur Verringerung der Verluste geplant und teilweise auch schon eingeleitet seien. „Die andere Frage ist: Wie kommen wir zu mehr Geld.“ Zudem sei es wichtig, Schwerpunkte der Bistumsarbeit zu definieren. „Wir sind der Meinung, dass das natürlich transparent und unter Einbeziehung der Laiengremien erfolgen sollte.“ Aus Sicht des Diözesanrats wäre hierfür der Diözesanpastoralrat das richtige Gremium. Dieser habe sich allerdings bislang noch nicht konstituiert. Wichtig sei auch ein gutes Controlling, unter dem Wolf nicht allein Kontrolle, sondern auch Steuerung der Ausgaben verstehe. „Die Kostenstellenverantwortlichen müssen zu jedem Zeitpunkt wissen, welche Mittel sie ausgegeben haben und welche Mittel ihnen noch zur Verfügung stehen.“ Zugleich warnte der Diözesanratsvorsitzende vor einfachen Antworten. „Hand anlegen an einen Teil der Gesamtplanung kann und wird in den meisten Fällen Rückwirkungen auf andere Teile der Planung haben.“

Dorothea Weitz, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung (MAV) des Bischöflichen Ordinariats, bezog sich auf die Zusage von Generalvikar Keßler: „Keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter muss um ihren und seinen Arbeitsplatz Sorge haben. Das ist für uns der wichtigste Satz der heutigen Pressekonferenz.“ Es sei eine der Hauptaufgaben der MAV, dafür Sorge zu tragen, dass die Diözese weiterhin ein zuverlässiger Arbeitgeber sei. Dafür stehe die MAV in einem engen Austausch mit dem Generalvikar und mit Bischof Jung. „Wir sind immer zum konstruktiven Dialog bereit“, betonte Weitz. Auch die Kolleginnen und Kollegen seien gefordert, in der herausfordernden Situation des Umbaus „eine gewisse Flexibilität“ an den Tag zu legen.

Im Haushaltsplan für das Jahr 2019 liegen die Personalaufwendungen für Kleriker und Angestellte des Bistums bei rund 125,1 Millionen Euro und machen rund 57 Prozent des Gesamtetats aus. Sie sichern vor allem die Seelsorge in den 156 Pfarreiengemeinschaften und 17 großen Einzelpfarreien im Bistum Würzburg. Bezahlt wird die Besoldung von 315 aktiven Diözesan- und Ordenspriestern, 155 Diakonen, 152 Pastoral- und 131 Gemeindereferenten sowie von weiteren zehn pastoralen Mitarbeitern. Hinzu kommen die Mittel für die Gehälter von Religionslehrern im Kirchendienst, Mitarbeitern des Diözesan-Caritasverbands, Verwaltungsangestellten, Mesnern, Organisten, Pfarrhaushälterinnen und Angestellten in den Pfarr- und Diözesanbüros sowie in den Verbänden und Bildungshäusern. Neben den eigenen Personalausgaben gibt die Diözese im Rahmen ihrer Sachkostenzuschüsse an andere Rechtsträger – insbesondere die Caritas – weitere Mittel für Personal in Höhe von rund 14,5 Millionen Euro. Außerdem zahlt das Bistum Personalkostenzuschüsse in Höhe von weiteren 7,5 Millionen Euro, unter anderem für Kindergärten und Kirchenstiftungen.

Insgesamt sind rund 114,2 Millionen Euro für die territoriale und die kategoriale Seelsorge in den Pfarreiengemeinschaften und Dekanaten eingeplant. Unter anderem fließen rund 2,1 Millionen Euro in die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen. Für Aufgaben der Diözesanleitung, Verwaltung und der Medien werden 27,6 Millionen Euro bereitgestellt. Für Schule, Hochschule, Wissenschaft, Kunst und Kultur gibt das Bistum rund 20,5 Millionen Euro aus, für die Fort- und Erwachsenenbildung in der Seelsorge sowie für die Kirchenmusik 17,1 Millionen Euro und für sozial-karitative Dienste rund 26,3 Millionen Euro.

Zu den Aufwendungen im karitativen Bereich zählen neben 26,2 Millionen Euro für den Caritasverband unter anderem auch die diözesanen Angebote Suchtberatung mit 469.200 Euro, die Kur- und Rehaseelsorge mit 283.700 Euro, die Krankenseelsorge mit rund 2,7 Millionen Euro oder die Erziehungsberatung mit 746.500 Euro.

Gesamtkirchliche Aufgaben schlagen mit knapp neun Millionen Euro zu Buche. Die bereitgestellten Mittel helfen bei der Aufrechterhaltung gemeinsamer kirchlicher Aufgaben in Bayern und Deutschland sowie des Dienstes der Missionare aus der Diözese Würzburg in aller Welt. Mit rund 32 Millionen Euro liegen die Bauzuschüsse etwa eine Million Euro über den Aufwendungen des Vorjahrs (siehe eigener Bericht). Rund ein Viertel davon kommt unmittelbar Einrichtungen im Bereich des karitativen Auftrags der Kirche zugute: 4,5 Millionen Euro investiert das Bistum in Maßnahmen für Kindertagesstätten und -gärten, 1,5 Millionen Euro für den Dienst an älteren Menschen in Seniorenheimen und weitere 1,5 Millionen Euro als pauschalen Zuschuss für Bauvorhaben des Diözesan-Caritasverbands.

Die 177,4 Millionen Euro Kirchensteuermittel im Diözesanhaushalt werden ergänzt durch Staatsleistungen (11,2 Millionen Euro), Erträge aus den Pfründestiftungen der 514 Pfarreien, 95 Kuratien und 251 Filialgemeinden (zwei Millionen Euro) sowie sonstige Einnahmen (15,1 Millionen Euro). Hierzu zählen Personalkostenerstattungen (10,8 Millionen Euro), Vermögenserträge (3,1 Millionen Euro) sowie weitere Einnahmen (1,2 Millionen Euro). 15,1 Millionen Euro müssen aus der Rücklage entnommen werden.

Der Bischöfliche Stuhl zu Würzburg erwartet Vermögenserträge und Grundstückserlöse von rund 11,2 Millionen Euro. Mit einem großen Teil dieser Summe (fünf Millionen Euro) werden die Bezüge der 172 Ruhestandspriester finanziert. Etwa 4,6 Millionen Euro fließen in Bauinvestitionen, im Wesentlichen für das sozial-karitative Zentrum Schweinfurt-Sankt Anton und weitere Bauprojekte wie die Kirchen am Volkersberg und in Schmerlenbach sowie die theologische Fakultät der Universität Würzburg. Weitere 830.000 Euro gehen vor allem in Instandhaltungen.

Dem Haushalt der Diözese Würzburg haben die Mitglieder des Konsultorenkollegiums (Domkapitel) am 4. Dezember 2018 und die Mitglieder des Diözesansteuerausschusses am 14. Dezember 2018 zugestimmt. Der Diözesanvermögensverwaltungsrat hat den Haushalt des Bischöflichen Stuhls am 12. Dezember 2018 genehmigt.

(0819/0205; E-Mail voraus)

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