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Pressekonferenz zum Jahresauftakt

Konsolidierungskurs wird fortgesetzt

Gesamthaushalt des Bistums Würzburg für 2022 beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro – Diözesanratsvorsitzender Wolf: „Es muss darauf geachtet werden, dass die finanziellen Möglichkeiten nur die Randbedingungen für die pastoralen Anforderungen sein können“

Würzburg (POW) Auf rund 200 Millionen Euro beläuft sich der Gesamthaushalt der Diözese Würzburg für das Jahr 2022. Die Hauptabteilung Finanzen und Immobilien plant mit Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 167,3 Millionen Euro. Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Coronajahr habe man im Vergleich zum Vorjahr mit elf Millionen Euro mehr an Einnahmen kalkuliert, erklärte Bischöflicher Finanzdirektor Ordinariatsrat Sven Kunkel bei der Pressekonferenz zum Jahresauftakt am Freitag, 28. Januar. Insgesamt weist der Haushaltsplan der Diözese für 2022 einen Jahresfehlbetrag von rund 3,1 Millionen Euro aus. Gemeinsam mit Bischof Dr. Franz Jung dankte Kunkel allen Kirchensteuerzahlern. „Sie unterstützen damit direkt die wichtigen Aufgaben der Kirche vor Ort, aber auch darüber hinaus, um Menschen in freudigen, aber auch schwierigen Lebenssituationen zu begleiten und in der Not zu helfen“, sagte Kunkel.

Die Gesamtausgaben der Diözese im Vergleich zum Vorjahr wurden um etwa 3,4 Millionen Euro erhöht, nachdem diese im Vorjahr um zirka 26 Millionen Euro gesenkt worden waren. „Die Erhöhung ergibt sich im Wesentlichen aus ‚Investitionen‘ in die Pastoralen Räume“, betonte Kunkel. Es sei erklärtes strategisches Ziel der Bistumsleitung, den Anteil der Gesamtausgaben für die Pastoralen Räume zu erhöhen. Basis dafür seien die Schwerpunktsetzungen der Bistumsleitung, die transparentere Darstellung der Kosten einzelner Aufgaben und die Beratung, Begleitung und regelmäßige Information aller Kostenverantwortlichen. Mit weiteren strategischen Entscheidungen, die in den Hauptabteilungen erarbeitet würden, werde das Ziel eines ausgeglichenen Bistumshaushaltes „wie geplant“ spätestens 2025 erreicht.

Rund 113,3 Millionen Euro sind für die Personalkosten für die 2237 Beschäftigten vorgesehen. Das sind rund 57 Prozent der Ausgaben. 61,8 Millionen Euro (etwa 31 Prozent des Gesamthaushalts) sind für Zuschüsse und Zuwendungen eingeplant. Mit 22,9 Millionen Euro haben die sonstigen betrieblichen Aufwendungen einen Anteil von rund elf Prozent. Diese umfassen unter anderem IT, Versicherungen, Verwaltungs- und Veranstaltungskosten.

Für die Aufgaben in den Pfarreien und Dekanaten sind rund 70 Millionen Euro eingeplant. Für weitere Aufgaben der Seelsorge – wie Jugend-, Krankenhaus-, Alten- oder Ehe- und Familienseelsorge – und die Arbeit der Jugend- und Erwachsenenverbände werden 23,6 Millionen Euro bereitgestellt. Die Caritas erhält für die Übernahme sozialer und caritativer Aufgaben rund 21 Millionen Euro. Der Haushalt für den Bereich „Bildung und Kultur“ beträgt 32,2 Millionen Euro. Darin enthalten sind unter anderem die Tagungshäuser (5,1 Millionen Euro) sowie die kirchlichen Schulen und weitere Fortbildungseinrichtungen des Bistums. Der Betrieb im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg sowie im Jugendhaus Sankt Kilian in Miltenberg werde weitergeführt, erklärte Kunkel. Für die Tagungshäuser Sankt Michael in Bad Königshofen, die Thüringer Hütte, die Benediktushöhe Retzbach und das Tagungszentrum Schmerlenbach gebe es schriftliche Vereinbarungen mit möglichen Interessenten, die einen Kauf der Immobilien beabsichtigten. Kunkel bat um Verständnis, dass er aus Gründen der Vertraulichkeit nichts zum Stand der jeweiligen Verhandlungen sagen könne. „Sobald sich mitteilungsfähige Ergebnisse abzeichnen, werden wir dazu ausführlich informieren.“

Das Baumoratorium ende, sagte Kunkel. Im Haushaltsjahr 2022 sind für Baumaßnahmen 17,9 Millionen Euro vorgesehen, davon 15,3 Millionen Euro für Gebäude in den Pastoralen Räumen. Grundlegende Änderungen im Umsatzsteuerrecht bedeuteten für die Diözese und alle Kirchenstiftungen Umstellungen in der Buchhaltung. Es sei Aufgabe der Diözese, alle Mitarbeitenden, insbesondere die Ehrenamtlichen in den Kirchenstiftungen, im laufenden Umstellungsprozess zu unterstützen.

Der Haushalt des Bischöflichen Stuhls sieht für 2022 Aufwendungen in Höhe von etwa 20 Millionen Euro für die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen vor. Rund drei Millionen Euro sind für die Instandhaltung und Abschreibung von Gebäuden vorgesehen. Weitere Ausgaben sind Zuschüsse an das Domkapitel (325.000 Euro) und sonstige betriebliche Kosten (1.325.000 Euro). „Finanziert werden hier auch die Leistungen in Anerkennung des Leids, die wir an Betroffene auszahlen“, erläuterte der Finanzdirektor. Auf der Ertragsseite rechnet Kunkel mit Kapitalerträgen in Höhe von sieben Millionen Euro, Miet-, Pacht- und sonstigen Erträgen in Höhe von 5,2 Millionen Euro sowie sonstigen betrieblichen Erträgen (300.000 Euro). Weitere Informationen gibt es unter https://finanzen.bistum-wuerzburg.de/.

Diözesanratsvorsitzender Dr. Michael Wolf betonte, verfügbare Mittel und die Notwendigkeiten müssten in Einklang gebracht werden. „Ein ausgeglichener Haushalt auf allen diözesanen Ebenen ist dabei zwingend notwendig.“ Am Erarbeiten einer diözesanen Gesamtstrategie sei auch der Diözesanrat beteiligt. „Es muss darauf geachtet werden, dass die finanziellen Möglichkeiten nur die Randbedingungen für die pastoralen Anforderungen sein können.“ Generell sei es derzeit auch für die Laienräte Aufgabe, die neuen Strukturen der Pastoralen Räume „mit Leben zu füllen, das Machbare vom Unmöglichen oder aber Unerwünschten zu unterscheiden, die Regeln zu prüfen und weiterzuentwickeln“. Mit Blick auf den Missbrauch in der katholischen Kirche erklärte der Diözesanratsvorsitzende: „Wir müssen uns als Kirche die Frage stellen, ob unsere Organisation, unser Tun und Handeln mit den Anforderungen der Welt heute und der Frohen Botschaft in Einklang zu bringen sind. Und wenn das nicht der Fall ist, welche Schritte der Änderung und Anpassung zu gehen sind.“ Es sei in jedem Fall nötig, die Diskussion über die Zukunft der Kirche im Rahmen des deutschen und weltweiten Synodalen Wegs fortzusetzen. „Die Kirche muss sich nicht jeder Modeerscheinung beugen. Aber den grundlegenden Änderungen im Selbstverständnis des Kirchenvolks muss Rechnung getragen werden.“

mh (POW)

(0522/0135; E-Mail voraus)

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