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Jahresauftakt-Pressekonferenz 2020

„Renovierung für die nächsten 50 Jahre“

Kirchenrenovierung in Sand am Main nach drei Jahren abgeschlossen – „Unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft“ durch Ehrenamtliche

Sand am Main (POW) Insgesamt haben die ehrenamtlichen Helfer rund 3500 Arbeitsstunden bei der Renovierung der Kirche Sankt Nikolaus in Sand geleistet. Die meisten seien schon zwischen 60 und 80 Jahre alt, aber genauso hätten Väter und Söhne geholfen, berichten Pfarrer Michael Erhart, Kirchenpflegerin Edeltraud Schnapp und Kirchenrechnerin Irene Mück. Erhart nahm selbst den Presslufthammer in die Hand. Unter der Woche gab es dann noch den „Rentnertrupp“, der zum Beispiel Fliesen abgeklopft oder viel aufgeräumt habe. Außerdem habe Sand eine „baulustige Kirchenverwaltung“, berichtet Erhart. So gebe es einen Bauleiter, einen Fliesenleger sowie einen Maler und Verputzer. Auch die Zusammenarbeit mit dem Pfarrgemeinderat sei in der ganzen Zeit hervorragend gewesen und die Arbeit Hand in Hand gegangen. Trotzdem war es ein langer Weg bis zum Ziel.

Insgesamt 16 Jahre warteten die Sander auf die Renovierung der Kirche Sankt Nikolaus. Bereits 2004  wurde der Antrag gestellt. Pfarrer Erhart, Schnapp und Mück sind jetzt nach der gelungenen Einweihung am 25. Januar 2020 sehr glücklich. Schnapp zeigt in die Luft: „Wir sind irgendwo da oben.“ Für Pfarrer Erhart war der Gottesdienst ein besonderer Höhepunkt: „Irgendwie war der Gottesdienst so ein Flow. Wahrscheinlich ist das so ein Gefühl, wie es Brautpaare bei der Hochzeit haben. Nur haben die währenddessen weniger Arbeit“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Es war ein sehr großer Kraftakt für die Pfarrgemeinde, denn die Kirche sei im Außenbereich, gerade am Dach, seit dem Bau im Jahr 1928 nicht mehr saniert worden. Am 19. April 2016 begann die Außenrenovierung der Kirche. „Das war notwendig gewesen, normalerweise halten die Ziegel nicht so lange“, berichtet Pfarrer Erhart. Einige der Balken wurden ausgetauscht und das Dach neu gedeckt. Außerdem wurde die Fassade neu verputzt und verschiedene Sandsteinarbeiten gemacht. Zum Abschluss gab es für die Kirche noch fünf neue Türen und eine Doppeltür – als kleiner „Luxus“ versehen mit dem heiligen Nikolaus, dem Kirchenpatron in Sand. „Im Winter waren wir mit der Außenrenovierung fertig, im Frühjahr sind die Türen gekommen“, berichtet die Kirchenpflegerin. Nach der Außenrenovierung hatten die Sandener erst einmal ein knappes Jahr Verschnaufpause, bevor die Innenrenovierung begann.

Direkt am Tag nach Dreikönig 2019 begannen die Arbeiten im Innenraum der Kirche. Die größten Veränderungen waren das Versetzen des Altars und des Altarbilds nach vorne und das Einziehen einer Wand, um zusätzlich Raum für eine Andachtskapelle zu schaffen. Dieser entstand aus dem vorherigen Altarraum. Zuerst sei die Diözese dagegen gewesen, habe letztendlich aber doch zugestimmt. Auf diese Kapelle sind alle drei besonders stolz. „Wir wollten was Sanderisches“, erklärt Pfarrer Erhart. Da der Ort eine große Korbflechtergeschichte habe, entschied man sich dafür, den Altar und den Ambo der Kapelle flechten zu lassen. Das erledigte Korbmachermeister Stefan Rippstein aus Sand. Als besonderes Detail überlegte er sich, dass der Ambo das Kreuz auf dem Gotteslob darstellen sollte, wenn man ihn von oben betrachtet. Außerdem gibt es seit der Renovierung anstelle der Beichtstühle ein Beichtzimmer. Das biete den Vorteil, dass die Beichtenden sowohl sitzen als auch knien können.

Des Weiteren wurde ein ehemaliger Abstellraum zu einer barrierefreien Toilette umgebaut. Auch auf der Empore gibt es eine Neuerung – eine digitale Orgel. Diese war zum einen deutlich günstiger, zum anderen ist sie schon eine Investition in die Zukunft. Zurzeit habe die Kirchengemeinde zwei feste Organisten und keine Probleme, aber man wisse nicht, wie das in ferner Zukunft aussähe. Es war die „Renovierung für die nächsten 50 Jahre“, erklärt Pfarrer Erhart. Der Vorteil sei, dass man auch einen „Not“-Stick in die Orgel stecken könnte, der die Musik abspiele, wenn einmal kein Organist zur Verfügung stehen sollte. Ein weiterer Modernisierungsschritt war die Umstellung auf eine Wandbodentemperierung mithilfe einer Pelletheizung. Das sei ökologisch sinnvoll. Außerdem gibt es eine Farbillumination, die auch direkt bei der Einweihung zum Einsatz kam, als Pfarrer Erhart bei der Predigt auf Frederick, die Maus, einging, die die Farben einsammelt, und das mit dem Psalm 23 verband.

Auch finanziell war die Renovierung für die Kirchengemeinde ein Kraftakt. Insgesamt kostet sie voraussichtlich über 1,3 Millionen Euro. Der genaue Betrag lässt sich noch nicht beziffern, da noch nicht alle Rechnungen gestellt wurden und somit noch keine Schlussrechnung vorliegt. Die Pfarrgemeinde hat einen Anteil von 290.000 Euro zu stemmen. Für die Innenrenovierung brachte sie 260.000 Euro auf. Hinzu kamen noch 55.000 Euro an Spenden, zum Beispiel auch aus früheren Pfarreiveranstaltungen, wie Theateraufführungen. Die politische Gemeinde Sand steuerte 50.000 Euro zur Außenrenovierung und 100.000 Euro zur Innenrenovierung bei. Das Bistum übernimmt insgesamt 900.000 Euro der Kosten. Allerdings müsse die Pfarrgemeinde die Renovierung zwischenfinanzieren und bekommt dann stückchenweise das Geld vom Bistum zurück, erklärt Mück.

Eine große Bereicherung bei der Kirchenrenovierung seien die Helfer vor Ort gewesen. Eine „super Gemeinschaft“, berichtet Erhart. „Es war eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft, wenn jemand nicht bei der Renovierung helfen konnte, hat er Kaffee und Kuchen gemacht.“ Für die Helfer habe es auch immer ein richtiges Mittagessen gegeben, „nicht nur ein Leberkäsbrötchen“, berichtet der Pfarrer. Alle drei betonen, wie gut die Zusammenarbeit mit der Gemeinde funktioniert habe, die dafür extra die Schulaula zur Verfügung gestellt habe. Besonders fleißig waren die Küchenhelfer bei den Schnittchen für die Einweihung. Insgesamt wurden 2824 Schnittchen belegt. Auch die Helfer bei der Renovierung seien eine große Unterstützung gewesen. Manche hätten sich sogar entschuldigt, wenn sie ein Wochenende nicht helfen konnten, erzählt Mück.

Jetzt nach der Renovierung soll das Gemeindeleben wieder aufleben, denn das sei während der Bauphase auf der Strecke geblieben. Vor allem dadurch, dass das Pfarrheim zur Kirche umfunktioniert wurde und die Gottesdienste dort gefeiert wurden, war kein Raum für die traditionellen Veranstaltungen vorhanden. Nun ist der Raum noch übergangsweise an den Kindergarten vergeben, der umgebaut wird. Doch dann soll es im Pfarrheim wieder Pfarrfasching, Theater und Weißwurstfrühstück geben.

ils (POW)

(0620/0150; E-Mail voraus)

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