Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

  • Home
  • Haushalte
  • Bilanzen
  • Kontrollgremien
  • Service
  • Kontakt
  • Suche
Haushaltsplan 2019

Überarbeitung für ein „Gesamtkunstwerk“

Sanierung an der Münnerstädter Pfarrkirche beginnt nach Ostern – Dachstatik wird korrigiert – Historische Glasfenster von überregionalem Rang müssen gereinigt werden

Münnerstadt (POW) Innen bröckelt der Putz. Im Hauptschiff der Münnerstädter Pfarrkirche Sankt Maria Magdalena ist ein Netz gespannt, um die Besucher vor herabfallenden Teilen zu schützen. Die gute Nachricht: Demnächst geht die Sanierung los. Zunächst werden in einem ersten Bauabschnitt nach Ostern das Dach und die historischen Glasfenster im Chorraum saniert. Die Innensanierung soll sich dann anschließen. Die geschätzten Kosten für die gesamten Arbeiten belaufen sich auf rund 3,2 Millionen Euro. Rund zwei Millionen Euro trägt das Bistum Würzburg. „Während der Arbeiten an Fenstern und Dach finden die Sonntagsgottesdienste wie gewohnt in der Kirche statt“, sagt Augustinerpater Markus Reis, Pfarradministrator von Münnerstadt.

Die Stadtpfarrkirche im historischen Zentrum der im Kernbereich etwa 3700 Einwohner großen Stadt ist mit ihrer gotischen Chorarchitektur, dem Hauptschiff aus der Echterzeit, dem romanischen Turm, dem berühmten Hochaltar von Tilman Riemenschneider und den einzig bekannten Gemälden von Veit Stoß ein Gesamtkunstwerk von hohem Rang.

Weitere Bilder

Noch bedeutsamer sind aber die Buntglasfenster aus der Zeit um 1420. „Sie gelten als die bedeutsamsten Fenster zwischen Erfurt und Nürnberg“, sagt Reis. Dass sie überhaupt noch erhalten sind, ist mehreren glücklichen „Zufällen“ zu verdanken: Zum einen habe der Münnerstädter Pfarrer diese während des Zweiten Weltkriegs ausbauen und in die sogenannte Ritterkapelle einmauern lassen. „Das hat ihm gehörig Ärger wegen Wehrkraftzersetzung eingebracht.“ Zum anderen sei eine Fliegerbombe, die im Chorraum einschlug, ein Blindgänger gewesen.

Zuletzt wurde die 450 Sitzplätze umfassende Pfarrkirche in den 1970er Jahren innen saniert. „Dass wir erst jetzt wieder ran müssen, zeigt, dass diese Verantwortlichen damals sehr gut gearbeitet haben“, erklärt Reis. 2010 wurde beim Bischöflichen Bauamt ein erster Baufallbericht erstellt. Ein Restaurator hatte bei einer Voruntersuchung an den zarten Grisaille-Malereien aus der Echterzeit festgestellt, dass etwa 30 Prozent des Innenputzes nicht mehr richtig hafteten. Diese gehören zu den wenigen erhaltenen Exemplaren dieser Art von gemalten Wandverzierungen aus dieser Epoche.

Dann habe sich gezeigt, dass eine Rippe an der Nordwand der Kirche sich leicht nach außen wölbte. „Wie sich bei Untersuchungen herausstellte, rührt das vermutlich von Arbeiten am Dachstuhl um die Mitte des 19. Jahrhunderts her.“ Damals habe man mit einer speziellen Konstruktion Druck von der Nordwand nehmen wollen, aber offenbar genau das Gegenteil erreicht. „Die Absprache, wie das Problem behoben werden kann und zugleich die historischen Balken erhalten werden können, die zum Teil aus dem 15. Jahrhundert stammen, hat länger gedauert. Das Bischöfliche Bauamt, ein Statiker, das Landesamt für Denkmalschutz und ein Architekt waren daran beteiligt.“ Laut Reis wird ein Außengerüst aufgestellt und das komplette Kirchendach mit einem Foliendach abgedeckt. Dann werde die Eindeckung komplett entfernt und der Dachstuhl überarbeitet und schließlich das Dach komplett neu gedeckt.

Bei den Glasfenstern stehe die umfangreiche Reinigung auf dem Programm. „Wo nötig und möglich, soll zudem auch restauriert werden.“ Einige Scheiben zeigten Schimmelspuren. Diese Beeinträchtigung gelte es zu verlangsamen oder nach Möglichkeit zu stoppen.  Erneuert werden solle zudem die Schutzverglasung. „Ob es eine Art Heckscheibenheizung braucht, um die Feuchtigkeit zu reduzieren, ist bislang noch unklar.“

Weil für die Arbeiten an den Fenstern ein Gerüst im Chorraum erforderlich wird, werde die Pfarrei aus der Not eine Tugend machen. „Das Würzburger Museum am Dom und das Bayerische Nationalmuseum in München planen mit ausgelagerten Teilen des Altars Ausstellungen“, sagt Reis. Ohnehin befänden sich Originale einiger zentraler Figuren seit langem in München. „Bis Ostern 2020 hoffen wir, dass dieser erste Bauabschnitt über die Bühne gegangen ist – wenn es keine bösen Überraschungen gibt.“

Auch in Richtung Innensanierung wird in Münnerstadt schon weiter gearbeitet. Am Donnerstag, 21. März, gibt es vor Ort ein Kolloquium mit der diözesanen Kunstkommission, bei dem es um die liturgische Neuordnung der Kirche gehen wird. Die Stadtpfarrkirche, das „Gesamtkunstwerk“, soll auch weiterhin liturgischer Mittelpunkt der Katholiken von Münnerstadt bleiben.

mh (POW)

(0819/0207; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung