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Dokumentation

Wort von Andreas Hammer, stellvertretender Finanzdirektor, zur Vorstellung des Haushaltsplans 2020

Sehr geehrter Herr Bischof, sehr geehrte Damen und Herren, auch ich begrüße Sie herzlich zu unserer heutigen Jahresauftakt-Pressekonferenz. Ich darf Ihnen jetzt den Haushalt der Diözese Würzburg und des Bischöflichen Stuhls zu Würzburg für das Haushaltsjahr 2020 vorstellen.

Die beiden Haushaltspläne der Diözese und des Bischöflichen Stuhls für das Jahr 2020 wurden wie bereits im vergangenen Jahr nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs erstellt. Für alle Dienststellen und Einrichtungen innerhalb des Rechtsträgers Diözese Würzburg, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, wurde nun auch der Jahresabschluss 2018 HGB-konform erstellt, das heißt der Jahresabschluss setzt sich zusammen aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), einem Anhang und einem Lagebericht. Das dient der besseren Steuerung, der Nachvollziehbarkeit der Mittelverwendung und der Darstellung des Vermögens nach außen gemäß den strengen Standards, wie sie auch für große Kapitalgesellschaften in Deutschland gelten. Im laufenden Jahr 2020 steht als letzter Schritt die Konsolidierung der verschiedenen einzubeziehenden Einrichtungen der Diözese zu einem zusammengefassten, sogenannten konsolidierten Jahresabschluss an.

Wenden wir uns zunächst der Ertragsseite unseres Diözesanhaushaltes zu. Wir gehen für das Jahr 2020 von einem Kirchensteueraufkommen von rund 176 Millionen Euro aus. Das bedeutet, wir kalkulieren in Abstimmung mit dem Diözesansteuerausschuss mit einer Minderung der Kirchensteuermittel in Höhe von einer Million Euro im Vergleich zum Vorjahreshaushalt. Ursachen für diesen von uns erwarteten Rückgang des Kirchensteueraufkommens sind die demografische Entwicklung, die Kirchenaustrittszahlen sowie die zurückhaltenderen Erwartungen betreffend die wirtschaftliche Entwicklung. In den kommenden Jahren werden die Einnahmen aus Kirchensteuermitteln nach den entsprechenden Prognosen, belegt durch eine Studie der Universität Freiburg, spürbar zurückgehen. Diese Studie wurde im Diözesanforum im vergangenen Jahr den diözesanen Gremien vorgestellt. Hinzu kommt, dass es schwierig ist, in der aktuellen Niedrigzinslandschaft Erträge aus Kapitalrücklagen und Ersparnissen zu erwirtschaften. Die Ertragsentwicklung stellt damit eine große Herausforderung für uns dar. Die uns zur Verfügung gestellten Mittel müssen nachhaltig und mit Bedacht eingesetzt werden. Im Interesse einer langfristigen Haushaltssicherung ist eine sorgfältige Priorisierung kirchlicher Aufgaben und Leistungen zwingend erforderlich.

Was den bedachtvollen Einsatz der uns anvertrauten Mittel betrifft, hat Bischof Jung mit einer neuen Schwerpunktsetzung begonnen, die die Wahrnehmung der kirchlichen Aufgaben zukünftig prägen wird. Für die Seelsorge als Hauptaufgabe der kirchlichen Arbeit in der Diözese Würzburg werden rund 112 Millionen Euro, das entspricht über 50 Prozent der Aufwendungen,

eingeplant. Rund 27 Millionen Euro werden für die Aufgaben und Ziele der Caritas bereitgestellt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese Würzburg sind unsere wertvollste Ressource. Im Jahr 2020 werden 127 Millionen Euro an Personalkosten eingeplant. Bei der Prognose der Personalausgaben wurde eine Tarif- und Abgabensteigerung von 2,5 Prozent eingerechnet. Auch zukünftig werden Löhne und Gehälter tarifbedingt steigen. Wegen der vorgezeichneten Einnahmenentwicklung prüfen wir, ob und wie freiwerdende Stellen zukünftig besetzt werden sollen. Neben den eigenen Personalausgaben gibt die Diözese im Rahmen ihrer Sachkosten- und Personalkostenzuschüsse an andere Rechtsträger, insbesondere die Caritas, weitere Mittel für Personal in Höhe von rund 17,7 Millionen Euro und Kirchenstiftungen in Höhe von rund fünf Millionen Euro.

Entlastet wird der Haushalt der Diözese dadurch, dass, wie in den Vorjahren, der Bischöfliche Stuhl fünf Millionen Euro für die Ruhestandsversorgung der Geistlichen zuschießt, während der Zuschuss der Diözese dafür bei einer Millionen Euro liegt.

Der Haushalt der Diözese sieht – als weitere wesentliche Position neben den Personalkosten – für 2020 Aufwendungen im Bereich Bau in Höhe von rund 27,4 Millionen Euro vor. Im vorliegenden Haushaltsplan für das Jahr 2020 kann sich das von Generalvikar Keßler bereits erläuterte Bau-Moratorium naturgemäß noch nicht substanziell auswirken. Wir erwarten frühestens ab dem Haushaltsjahr 2021 spürbare finanzielle Auswirkungen als Entlastung für den Diözesanhaushalt. Bauprojekte erstrecken sich regelmäßig über mehrere Jahre. Der aktuelle Haushaltsplan sieht daher Ausgaben für laufende Vorhaben vor, die zu Ende gebracht werden müssen.

Mit 14,8 Millionen Euro kommen mehr als die Hälfte der Ausgaben für Bauprojekte den Kirchenstiftungen vor Ort als Träger der Kirchen und sonstigen, der Seelsorge dienenden Gebäuden zugute. Beispiele dafür sind das sozial-karitative Zentrum Sankt Anton in Schweinfurt, die Gotteshäuser in Sand am Main und in Gelchsheim sowie das Pfarrheim in Retzstadt.

Darüber hinaus werden Baumaßnahmen für Kindertagesstätten und Kindergärten mit 4,5 Millionen Euro gefördert. Für Bauvorhaben des Diözesan-Caritasverbandes gewähren wir einen pauschalen Zuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro. 6,6 Millionen Euro werden im Haushalt für Bauvorhaben der Diözese zur Verfügung gestellt, in erster Linie für das Projekt Matthias-Ehrenfried-Haus in Würzburg in Höhe von 4,5 Millionen Euro sowie in Höhe von 1,3 Millionen Euro für den Bereich Schule.

Der Haushaltsplan der Diözese insgesamt weist für 2020 einen Jahresfehlbetrag von rund zwölf Millionen Euro aus, der aus Rücklagen gedeckt werden kann. Wir haben eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um einen ausgeglichenen Haushalt für die Diözese vorlegen zu können.

Mit modernen und effektiven Controlling-Instrumenten zur Steuerung tragen wir dafür Sorge, dass das uns zur Verfügung stehende Geld wirksam, sinnvoll und mit Bedacht eingesetzt wird. Wir verstehen uns nicht als bürokratische Zentrale, sondern als Dienstleister für die haupt- und ehrenamtlich engagierten Menschen unserer Kirche in ganz Unterfranken. Mit unseren Anstrengungen werden wir den diözesanen Haushalt konsolidieren und die Diözese Würzburg zukunftsfähig ausrichten.

Auch wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Kirchensteuerzahlern der Diözese Würzburg bedanken. Zusammenfassend stellen wir gerne dar, wie 100 Euro Kirchensteuer für den Dienst am Menschen in der Diözese Würzburg verwendet werden. Rund 50 Euro gehen in die Seelsorge. Die Caritas erhält 12 Euro und für Bildung und Kultur sind 17 Euro vorgesehen. Für diözesane und gesamtkirchliche Aufgaben sind rund 21 Euro eingeplant.

Noch ein Wort zum Haushalt des Bischöflichen Stuhls: Dieser sieht Aufwendungen in Höhe von 9,2 Millionen Euro vor. Davon entfallen fünf Millionen Euro auf die Emeritenanstalt als Pensionskasse der Priester. 2,5 Millionen Euro sind für die Instandhaltung und Abschreibung von Gebäuden und 500.000 Euro für die Renovierung der Kirche auf dem Volkersberg eingeplant. 900.000 Euro sind für Zinsaufwand und 300.000 Euro für sonstige betriebliche Kosten vorgesehen.

Auf der Ertragsseite können wir beim Bischöflichen Stuhl Kapitalerträge von rund sieben Millionen Euro sowie Miet-, Pacht- und sonstige Erträge von rund 4,6 Millionen Euro erwarten. Wir rechnen hier mit einem bilanziellen Jahresüberschuss in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Unberücksichtigt ist bei diesem Ergebnis aber noch die Entwicklung der Pensionsrückstellungen für die Geistlichen, die zurzeit noch zu großen Teilen im Bischöflichen Stuhl bilanziert werden. Diese sollen mit dem entsprechenden Anteil am Finanzvermögen in die Emeritenanstalt – die Pensionskasse der Geistlichen – übertragen werden.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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