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Vielfalt der Charismen

Ein Seelsorgeteam und ein Verwaltungsleiter kümmern sich um die Pfarreiengemeinschaften „Franziska Streitel, Mellrichstadt“ und „Fladungen-Nordheim“ – Pfarrer Menzel: „,Pastoral der Zukunft‘ nicht ohne Engagement der Ehrenamtlichen denkbar“

Mellrichstadt/Fladungen/Nordheim vor der Rhön (POW) Ein größeres Team und ein größeres Gebiet, das seelsorgerlich zu betreuen ist: So gestaltet sich seit 1. Februar 2017 die Situation in den beiden Pfarreiengemeinschaften „Franziska Streitel, Mellrichstadt“ und „Fladungen-Nordheim“. Seit 1. September 2017 sind dort ein Pfarrer, ein Pfarrvikar, zwei Pastoralreferenten und zwei Gemeindereferenten als Seelsorger für die mehr als 7400 Katholiken eingesetzt. Unterstützt werden sie von drei Priestern im Ruhestand und einem Diakon im Ruhestand. „Das bedeutet zum einen, dass Entscheidungen schwerer werden, weil sie komplexer sind – zum Beispiel beim Thema Gottesdienstordnungen. Gleichzeitig gibt es eine Entlastung, weil jede Entscheidung auf einer breiteren Basis aufbauen kann und von mehreren mitgetragen wird“, sagt Pfarrer Thomas Menzel. Die wichtigste Voraussetzung sei, dass alle an einem Strang ziehen – „bei aller Unterschiedlichkeit“. Das Seelsorgeteam bringt andere Perspektiven und Standpunkte ein. „Jeder hat seine Charismen und Interessen. Mein Thema ist zum Beispiel die Frauen- und Familienarbeit“, sagt Gemeindereferentin Michaela Köller.

Das größere Seelsorgeteam bringt laut Köller zum Beispiel eine Entlastung bei der Trauerbegleitung: Pro Woche und Pfarreiengemeinschaft ist jeweils eine Person zuständig. „Dann bleibt für den Einzelnen mehr Zeit, sich in den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen zu engagieren.“ Bei 16 Gemeinden gibt es klare Zuteilungen, wer der persönliche Ansprechpartner für welche Gemeinde ist und sich dort im Rahmen seiner Möglichkeiten um die Belange kümmert, beispielsweise auch den Pfarrer in der Kirchenverwaltung oder im Pfarrgemeinderat vertritt. „Da die Zahl der Priester bekanntlich sehr rückläufig ist, entlastet uns das. Gleichzeitig bekommen die Menschen den Pfarrer natürlich seltener zu Gesicht“, erklärt Menzel. Das für sich zuzulassen und mit dieser veränderten Rolle zurechtzukommen, sei für ihn und seinen Pfarrvikar Paul Reder ein Lernprozess. Umgekehrt scheinen die Gläubigen in der Gegend zwischen Oberfladungen und Hendungen sich in vielen Bereichen schon an die geänderte Situation gewöhnt zu haben. „Für Beerdigungen haben auch schon Leute nach mir verlangt und gesagt: ‚Schließlich haben Sie doch auch schon den Opa beerdigt‘“, berichtet Pastoralreferentin Iris Will-Reusch.

Nicht immer ist die Vergangenheit ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt. „Es ist natürlich deutlich schwerer, eine Beziehung zu den Gläubigen aufzubauen, wenn man nicht so am Ort präsent ist und sein kann, wie es früher der Dorfpfarrer leicht konnte“, sagt Pfarrvikar Reder. Mitunter sei ein gewisser Neid zu verspüren, wenn ein Angebot, das auf beide Pfarreiengemeinschaften ziele, in diesem oder jenem Ort stattfinde. „Umgekehrt erreichen wir jetzt durch den größeren Einzugsbereich auch eine Zahl von Teilnehmern, die für alle Beteiligten auch motivierend ist“, sagt Gemeindereferentin Ursula Schäfer.

Kommunikation sei die große Aufgabe der Gegenwart wie der Zukunft, ist sich das Team sicher. „Der teilweise Verlust der Identität von Ort und Pfarrei durch die größeren Seelsorgeeinheiten ist für die Menschen zum Teil sehr schmerzhaft“, konstatiert Pastoralreferent Ulrich Emge. Einen großen Raum zu verwalten sei nicht die Kunst, „das Spannende ist es, hier zu gestalten“, betont Pfarrvikar Reder. Dabei spielen auch die vielen Ehrenamtlichen eine große Rolle, die ihrer Kirche vor Ort ein Gesicht geben und in den verschiedenen Diensten und Rollen kirchliches Leben mitgestalten. „Ohne sie wäre eine Pastoral der Zukunft nicht denkbar“, betont Menzel. „Gemeinsam werden wir unser Bestes geben. Die Zeit des Einzelkämpfers ist definitiv vorbei“, erklärt die Runde einmütig. Deswegen sei noch in diesem Frühjahr ein Team-Klausurtag geplant, bei dem es unter anderem darum geht, welches Leitbild von Kirche und Seelsorge die Frauen und Männer haben und mit den Gemeinden verwirklichen möchten.

Als eine Entlastung empfindet es das Seelsorgeteam, dass es neben den Pfarrsekretärinnen Birgit Schuhmann, Gabriele Gith und Adele Kraus jetzt auch Bankfachwirt Willibald Hoch als Verwaltungsleiter in seinen Reihen weiß. Letzterer gehört seit dem 1. Januar 2018 zum Team der beiden Pfarreiengemeinschaften. „Bislang mussten wir, wenn es um Zuschüsse und Baufragen ging, uns in jedem einzelnen Fall an die jeweilige Fachstelle im Bischöflichen Ordinariat in Würzburg wenden. Dort gibt es immer kompetente Hilfe, aber jeder einzelne Fall war für uns mit viel Zeitaufwand verbunden“, berichtet Schäfer. „Und in der Praxis blieb auch schon mal das eine oder andere Formular auf meinem Schreibtisch liegen, wenn es im Kirchenjahr gerade heiß herging“, ergänzt der Pfarrer. Mit dem Verwaltungsleiter sei jetzt vor Ort die Kompetenz geballt und zugleich eine Person vorhanden, die Fristen und relevante Veränderungen immer im Blick habe. „Die Entscheidungen fallen nach wie vor bei den Kirchenverwaltungen. Damit diese aber agieren können, müssen die Vorarbeiten schnell und professionell geleistet werden.“ Auch Pfarrvikar Reder sieht Vorteile in der neuen Stelle des Verwaltungsleiters in der klareren Trennung von Seelsorge und Verwaltung. „Wenn es in finanziellen Angelegenheiten Klärungsbedarf gibt, der mitunter ja strittig sein kann, dann überschattet das nicht automatisch auch meinen seelsorglichen Dienst.“

Wie wohl im Jahr 2035 das kirchliche Leben zwischen Hendungen und Oberfladungen aussieht? „Es gilt in jedem Fall, den persönlichen Glauben als inneren Kern christlicher Lebensgestaltung und auch des Gemeindelebens neu zu entdecken“, sagt Pfarrvikar Reder. „Wir werden bis dahin noch viele Überraschungen erleben, böse aber auch unerwartet schöne“, ist sich Pfarrer Menzel sicher. „Die Erfahrung, die wir alle jeden Tag machen, ist: Wo wir offen und zugewandt den Menschen begegnen, zeigen, dass wir bereit sind, mit ihnen etwas zu entwickeln, da wird der Glaube als wichtig und relevant entdeckt“, erzählt Pastoralreferent Emge. Entscheidend, und da sind sich die Seelsorger einig, sei, dass die Personaldecke nicht ausgedünnt werde. „Sonst gibt es auch keine Seelsorgeteams mehr.“

mh (POW)

(0818/0172; E-Mail voraus)

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